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Die Moorexpert:innen Michael Runze und Angelika Fuß (rechts) erklärten unserer Nachhaltigkeitsbeauftragten Anke, worauf es bei der Moorrenaturierung ankommt.

Hirschen auf Moor-Mission

Bei den Hirschen arbeiten wir nicht nur an einer nachhaltigeren Agentur, sondern unterstützen darüber hinaus regionale Klima- und Umweltschutzprojekte des NABU. Zum Beispiel im Bereich Moorschutz.

Moore sind wahre Superhelden im Klima- und Umweltschutz. Aber eben nur dann, wenn sie „gesund“ sind. Und das sind in Deutschland nur noch wenige Moorflächen. Der NABU will das ändern und setzt sich deshalb seit Langem für den Moorschutz ein.  

Wir waren mit den Moor-Expert:innen Angelika Fuß und Michael Runze im Dänschenburger Moor, südlich von Rostock, unterwegs. Sie haben uns die Superkräfte des Moors erklärt, und wie lange es dauert, bis ein  Moor „repariert“ oder anders gesagt, renaturiert ist. Die Ergebnisse ihrer Arbeit, so erklärt es Michael Runze, werden sie selbst gar nicht mehr erleben. 

Warum wir im Moor unterwegs waren

Wir Hirschen möchten Klima- und Umweltschutzprojekte unterstützen, die greifbar und verständlich sind, bei denen wir auch mal hinter die Kulissen schauen können. Deshalb unterstützen wir bewusst Projekte des NABU in Deutschland. 

Das Dänschenburger Moor ist ein neues Projekt, das in den nächsten Jahren renaturiert werden soll. Aktuell wird von den Umweltbehörden in Mecklenburg-Vorpommern geprüft, ob und wie das gelingen kann. Der NABU will die Renaturierung mit seinem Klimafonds unterstützen. 

Als Agentur können wir dabei nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch durch unsere Kernkompetenzen, also indem wir drüber sprechen, aufklären und zeigen, wie Moorschutz in Deutschland funktioniert. 

Was Moore können

Es gibt drei gute Gründe, warum Moore so wichtig für Klima und Umwelt sind: 

1. Moore sind Lebensraum für seltene Arten.
Hier leben Tiere und Pflanzen, die sich  auf die besonderen Bedingungen spezialisiert haben. Außerhalb von Mooren können sie kaum überleben und viele von ihnen sind mittlerweile vom Aussterben bedroht. Dazu gehören fleischfressende Pflanzen wie der Sonnentau, verschiedene Libellen oder Schmetterlinge und auch Vögel wie die Bekassine. Je mehr dieser Tier- und Pflanzenarten verschwinden, je mehr also die Artenvielfalt schrumpft,  desto mehr geraten unsere Ökosysteme aus dem Gleichgewicht und können ihre wichtigen Funktionen, auch für uns Menschen, dann nicht mehr erfüllen. 

Der Sonnentau frisst Insekten und kann so auch im nährstoffarmen Boden des Moores überleben.
Der Sonnentau frisst Insekten und kann so auch im nährstoffarmen Boden des Moores überleben.

2. Natürliche Moore schützen gegen Überflutung und Dürre. Moore bestehen zu 90 Prozent aus Wasser und funktionieren wie ein Schwamm. So können sie innerhalb kurzer Zeit riesige Mengen Wasser speichern. Das ist besonders hilfreich bei Starkregen und Hochwasser. Das gespeicherte Wasser können sie dann später, zum Beispiel in Dürrezeiten, langsam wieder abgeben. So regulieren sie den regionalen Wasserhaushalt. Gleichzeitig filtern die Pflanzen im Moor auch Nähr- und Schadstoffe aus dem Wasser, die dann dauerhaft im Torf gespeichert bleiben. 

3. Moore speichern Treibhausgase:  Die Pflanzen in Mooren, insbesondere Torfmoose, absorbieren während ihres Wachstums CO2 aus der Atmosphäre. In naturnahen Mooren, die größtenteils unter Wasser stehen, bildet sich aus den absterbenden Pflanzen der Torfboden und darin wird das CO2 dann dauerhaft als Kohlenstoff gespeichert.  Auf globaler Ebene speichern Moore etwa die doppelte Menge an Kohlenstoff im Vergleich zu allen Wäldern der Welt zusammen, obwohl sie nur drei Prozent der weltweiten Landfläche ausmachen.

In naturnahen Mooren wachsen hochspezialisierte Pflanzen wie die Torfmoose. Sie schwimmen praktisch auf dem Wasser und bilden später den Torfboden.
In naturnahen Mooren wachsen hochspezialisierte Pflanzen wie die Torfmoose. Sie schwimmen praktisch auf dem Wasser und bilden später den Torfboden.

Doch sobald Moore entwässert werden, wird aus dem Segen ein Fluch. Durch den Kontakt mit Luft beginnt der Torfboden sich langsam zu zersetzen und setzt den gespeicherten Kohlenstoff in Form von Treibhausgasen frei, was wiederum das Klima belastet. 

Es gibt also starke Argumente möglichst viele Moore so naturnah wie möglich zu bewahren oder sogar zu renaturieren, indem sie wieder unter Wasser gesetzt werden. Der NABU bezeichnet den Moorschutz auch als naturbasierten Klimaschutz. 

An vielen Stellen im Dänschenburger Moor trügt der Schein: unter eine Schicht aus Pflanzen steht das Wasser, so wie es in natürlichen Mooren sein soll.
An vielen Stellen im Dänschenburger Moor trügt der Schein: unter eine Schicht aus Pflanzen steht das Wasser, so wie es in natürlichen Mooren sein soll.

Der lange Weg zum Klima-Moor

Die erste Zielsetzung der Moorrenaturierung besteht darin, den Ausstoß von Treibhausgasen aus Mooren zu unterbinden. Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass seltene Tiere und Pflanzen, die noch in diesem Lebensraum existieren, bleiben und sich allmählich wieder vermehren können. Dafür muss ein trockengelegtes Moorgebiet wiedervernässt werden. 

Das Dänschenburger Moor ist  an vielen Stellen noch relativ gut erhalten, seltene Arten wie den Sonnentau kann man dort noch finden. Außerdem gibt es in der Nachbarschaft noch zwei weitere Moore, die teilweise schon renaturiert werden. Unteranderem deshalb sehen die Expert:innen Michael Runze und Angelika Fuß gute Chancen, dass man auch das Dänschenburger Moor renaturieren kann. Aktuell emittiert das ca. 80 Hektar große Moor in seinem entwässerten Zustand ca. 240 Tonnen Treibhausgasemissionen pro Jahr. Das ist vergleichbar mit den Emissionen von 500 Verbrenner-PKW pro Jahr. Diese Emissionen könnte man verhindern, wenn das Moor wiedervernässt würde. 

Erst wenn ein Moor in diesen naturnahen Zustand zurückversetzt wurde, kann es weiter „wachsen“, es können sich also neue Torfschichten bilden, die zusätzlichen Kohlenstoff binden. Und das dauert lange, denn der Torf wächst in einem nassen Moor nur ca. einen Millimeter pro Jahr. Die fünf bis sechs Meter dicke Torfschicht im Dänschenburger Moor ist also über 5.000 bis 6.000 Jahre gewachsen. Moorschutz ist also sehr langwierig. 

Moor-Inseln retten

Lange wusste man nicht, wie schädlich das Entwässern der Moore für das Klima ist. 95 Prozent der Moorflächen in Deutschland wurden in den vergangenen Jahrhunderten entwässert, weil man die Flächen brauchte.  Die verbleibenden intakten Moore sind in gewisser Weise wie isolierte Inseln, die über ganz Deutschland verteilt sind. 

Bei der Moorrenaturierung ist es deshalb wichtig, alle Akteur:innen langfristig mit ins Boot zu holen. Die Menschen, die die Moorflächen bisher anders genutzt haben, die lokalen Behörden, Naturschützer:innen und Anwohner:innen. Nicht alle Moorflächen müssen in reine Naturschutzgebiete umgewandelt werden. Es gibt auch immer mehr Projekte, die auf den nassen Moorflächen Landwirtschaft betreiben und zum Beispiel Schilfpflanzen anbauen, aus denen dann natürliche Baumaterialien entstehen. Wenn alle gemeinsam und langfristig daran arbeiten und davon profitieren, kann die Moorrenaturierung und damit ein naturbasierter Klimaschutz gelingen. 

Mehr Infos zum Moorschutz gibt es hier:

https://www.nabu.de/spenden-und-mitmachen/fuer-unternehmen/31461.html 

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